Die neue Website ist schöner, moderner, schneller, und trotzdem melden sich seit dem Relaunch weniger Patientinnen und Patienten. Dieses Muster ist so verbreitet, dass es fast schon zum Relaunch dazugehört. Es hat drei typische Ursachen, und je früher sie gefunden werden, desto mehr lässt sich retten.

Ursache 1: Die alten Adressen führen ins Leere

Beim Relaunch ändern sich fast immer die Internetadressen der Unterseiten. Wer dabei keine Weiterleitungen von den alten auf die neuen Adressen einrichtet, verliert doppelt: Google-Rankings, die über Jahre aufgebaut wurden, hängen an den alten Adressen und fallen ins Leere. Und jeder Link, der irgendwo im Netz auf die Praxis zeigt, landet auf einer Fehlerseite. Die Rankings, die die alte Seite hatte, gehen so innerhalb weniger Wochen verloren.

Ursache 2: Laufende Anzeigen zeigen auf Fehlerseiten

Wer Google Ads schaltet und beim Relaunch die Ziel-Adressen der Anzeigen nicht aktualisiert, bezahlt weiter für Klicks, die auf einer Fehlerseite enden. Das fällt oft wochenlang niemandem auf, weil die Kampagne im Konto normal weiterläuft. Der erste Blick nach jedem Relaunch gehört deshalb den Ziel-URLs aller Anzeigen.

Ursache 3: Inhalte wurden gekürzt

Relaunches werden gern zum Aufräumen genutzt. Dabei verschwinden häufig genau die Unterseiten, die still und leise über Google Besucher gebracht haben, ausführliche Eingriffsseiten, Ratgebertexte, häufige Fragen. Was im neuen Design als Ballast wirkte, war für Google der Grund, die Praxis überhaupt zu zeigen.

Die Rettungs-Reihenfolge

Zuerst die Anzeigen-Ziele prüfen und korrigieren, das wirkt sofort. Dann in der Google Search Console nachsehen, welche alten Adressen Fehler melden, und Weiterleitungen einrichten. Danach prüfen, welche gut besuchten Inhalte der alten Seite fehlen, und sie wiederherstellen. Bezahlte Reichweite ist in Minuten repariert, organische Rankings brauchen nach der Korrektur erfahrungsgemäß Wochen bis Monate, ehrlicherweise manchmal länger.

Die Lehre für das nächste Mal

Ein Relaunch braucht eine Weiterleitungsliste, bevor die neue Seite online geht, keine Woche danach. Und: Je weniger Ihre Patientengewinnung an der Praxis-Website hängt, desto weniger kann ein Relaunch kaputt machen. Eine eigenständige Landingpage pro Eingriff läuft von Relaunches komplett unberührt weiter, das ist einer der unterschätzten Vorteile der Trennung.

Ein Relaunch ohne Weiterleitungen ist ein Umzug ohne Nachsendeauftrag. Die Post kommt noch wochenlang an der alten Adresse an, nur wohnt dort niemand mehr.

Wenn Sie gerade mitten in diesem Szenario stecken und parallel schnell wieder Anfragen brauchen, ist das mein Ansatz: eine Landingpage samt Kampagne, unabhängig von der Baustelle Website.