Der Gedanke liegt nahe: Google Ads einschalten, Budget festlegen, Anfragen abwarten. Viele Praxen haben es genau so versucht und nach ein paar Monaten ernüchtert wieder abgeschaltet. Das Budget war weg, die Anfragen blieben aus. Der Fehler lag in den meisten Fällen nicht bei Google Ads, sondern bei dem, was nach dem Klick passiert.
Die Rechnung, die kaum jemand aufmacht
Eine Kampagne erzeugt Klicks. Anfragen erzeugt sie nicht, das erledigt die Seite, auf der die Klicks landen. Wie viel das ausmacht, zeigt eine einfache Rechnung mit typischen Werten:
Angenommen, 1.000 € Budget bringen bei rund 3 € pro Klick etwa 330 Besucher. Landen diese Besucher auf einer allgemeinen Praxis-Website, wird aus vielleicht einem von hundert eine Anfrage, das sind 3 Anfragen im Monat. Landen dieselben Besucher auf einer Seite, die genau für ihren Eingriff gebaut ist, sind fünf von hundert realistisch, also gut 16 Anfragen.
Gleiche Kampagne, gleiches Budget, mehr als das Fünffache an Anfragen. Der Unterschied liegt komplett in der Zielseite.
Warum die Kampagne nur die halbe Arbeit macht
Eine Anzeige hat eine einzige Aufgabe: den richtigen Menschen zum Klick zu bewegen. Danach übernimmt die Seite. Wer nach „Bauchstraffung Frankfurt" sucht und auf eine Startseite mit Menü, Teamvorstellung und zwölf Leistungen kommt, muss den eigenen Eingriff erst suchen. Die meisten tun das nicht, sie springen ab, und der Klick ist bezahlt und verloren.
Die drei häufigsten Gründe, warum bezahlte Besucher keine Anfrage stellen, habe ich an anderer Stelle ausführlicher beschrieben: fehlende Übereinstimmung zwischen Anzeige und Seite (Message Match), zu viel Ablenkung auf der Zielseite und eine langsame, mobil unbequeme Seite.
Es gilt auch umgekehrt
Die beste Landingpage rettet keine schlechte Kampagne. Wer auf zu allgemeine Begriffe bietet, ohne Negativ-Keywords arbeitet oder das Budget auf zu viele Ziele verteilt, bezahlt für Besucher, die nie eine Anfrage stellen wollten. Warum viele Kampagnen in der plastischen Chirurgie Budget verbrennen, ist ein eigenes Thema.
Kampagne und Zielseite sind ein System. Die Kampagne bestimmt, wer kommt, die Seite bestimmt, was daraus wird. Nur wenn beides zusammenpasst, wird aus Werbebudget planbare Patientengewinnung.
Woran Sie erkennen, wo es bei Ihnen hakt
Zwei Zahlen aus Ihrem Google-Ads-Konto genügen für eine erste Diagnose:
- Viele Klicks, kaum Anfragen. Die Kampagne funktioniert, die Zielseite nicht. Das ist der häufigste Fall bei Praxen, die auf ihre bestehende Website verlinken.
- Kaum Klicks trotz Budget. Das Problem liegt vor dem Klick, bei Keywords, Anzeigentexten oder Geboten. Die Zielseite kommt erst als zweiter Schritt.
Wer beides nicht sauber messen kann, weil Formular-Anfragen und Anrufe nirgends zusammenlaufen, sollte zuerst beim Tracking ansetzen. Ohne Messung bleibt jede Optimierung Raten.
Google Ads liefert Besucher, nicht Anfragen. Wer nur die Anzeigen optimiert und die Zielseite ignoriert, optimiert die halbe Strecke und bezahlt trotzdem den ganzen Weg.
Genau deshalb baue ich Kampagne und Landingpage immer zusammen, pro Indikation und Stadt, aufeinander abgestimmt. Wie das abläuft, sehen Sie hier.