Auf Instagram ist die ästhetische Medizin allgegenwärtig, organisch scheint alles möglich. Sobald aber Werbebudget dahinter soll, dreht sich das Bild: Anzeigen werden abgelehnt, Werbekonten eingeschränkt, und die Begründungen wirken oft willkürlich. Sie sind es nicht, dahinter steckt ein Regelwerk, das Meta in den letzten Jahren spürbar verschärft hat, gerade für Gesundheits- und Beauty-Werbung.
Die drei häufigsten Ablehnungsgründe
Der erste ist die Regel zu persönlichen Merkmalen. Anzeigen dürfen Betrachter nicht direkt auf körperliche Eigenschaften ansprechen. „Störst du dich an deinen Schlupflidern?" unterstellt dem Betrachter ein Defizit und wird zuverlässig abgelehnt. Die neutrale Formulierung über die Behandlung, etwa „Lidstraffung: Ablauf, Kosten und was Sie erwartet", passiert die Prüfung.
Der zweite ist die Bildsprache. Meta beanstandet idealisierte oder defizitorientierte Körperdarstellungen, Nahaufnahmen einzelner Körperzonen mit Problemfokus und Vorher-Nachher-Vergleiche, die in bezahlten Anzeigen ohnehin heikel sind, in Deutschland zusätzlich aus Gründen des Heilmittelwerberechts. Bilder von Praxis, Team und Beratungssituation sind dagegen unproblematisch und wirken auf diese Zielgruppe ohnehin vertrauensbildender.
Der dritte betrifft die Kategorie selbst: Meta stuft Werbetreibende aus dem Gesundheitsbereich zunehmend gesondert ein und beschränkt für sie Tracking- und Zielgruppenfunktionen. Das ist keine Ablehnung im engeren Sinn, erklärt aber, warum Kampagnen im Gesundheitsumfeld schlechter messbar und schlechter aussteuerbar geworden sind.
Was eine freigabefähige Anzeige ausmacht
Die Formel ist unspektakulär: Behandlung statt Betrachter, Information statt Versprechen, Praxis statt Körperzone. Eine Anzeige, die sachlich sagt, welche Behandlung angeboten wird, wer sie durchführt und was Interessenten im Erstgespräch erwartet, kommt durch die Prüfung und erfüllt nebenbei die Anforderungen des HWG. Was sich nicht retten lässt, sind Anzeigen, deren ganze Mechanik auf dem Defizit des Betrachters aufbaut. Die scheitern nicht an einer Formulierung, sondern am Konzept.
Die ehrliche Einordnung: Wofür Instagram-Werbung taugt
Selbst die freigegebene Anzeige löst ein grundsätzliches Problem nicht: Auf Instagram unterbrechen Sie Menschen, die gerade nichts suchen. Für Bekanntheit und Markenaufbau kann das sinnvoll sein. Die ernsthaften Anfragen entstehen aber dort, wo jemand aktiv nach einer Behandlung sucht, und das ist die Google-Suche. Den Vergleich der beiden Welten habe ich hier ausführlich gezogen. Meine Empfehlung für die meisten Praxen: Instagram organisch als Schaufenster pflegen, worauf dabei rechtlich zu achten ist, steht hier, und das Werbebudget dorthin lenken, wo der Behandlungswunsch schon existiert.
Meta lehnt selten die Behandlung ab, meistens die Ansprache. Wer über die Behandlung spricht statt über den Körper des Betrachters, bekommt die Freigabe, und wirbt nebenbei auch noch seriöser.
Wenn Sie unsicher sind, wo Ihr Budget mehr Anfragen bringt, rechnen wir das gern gemeinsam durch, das Erstgespräch kostet nichts.